Tampones, Four Chord Hell/Boiler Room Regensburg/10.01.2009
Vier statt fünf Euro kostet der Eintritt heute Abend im Boiler Room, da NERVOUS BREAKDOWN verletzungsbedingt ausfallen. Somit gibt es an diesem Abend nur zwei Bands zu sehen. Das Publikum an diesem Abend besteht zum Großteil aus Punks und Skinheads, aber auch ein paar Metaller sind vertreten. Außerdem fällt auf, dass kaum Regensburger da sind. Sehr merkwürdig, spielt doch mit FOUR CHORD HELL heute Abend auch eine einheimische Band... Doch bevor es soweit ist, dürfen die Deggendorfer Punks TAMPONES ran. Und die geben mächtig Gas. Die vier Jungs haben ganz schön einen an der Klatsche und spielen neben eigenen Songs auch einige Covers, die jedoch textlich und musikalisch etwas umgestaltet wurden. So macht man aus Johnny Cash’s „Ghostriders in the Sky“ eine supergeile Oi! Nummer mit „Ghostriders in the – Spongebob” – Refrain. Auch die Biene Maja muss herhalten, ebenso wie Scooters Melodie von „Hyper Hyper“. Äußerst bescheuert, aber auch äußerst lustig. So tummeln sich haufenweise (mitgebrachte) Fans vor – und auf der Bühne. Schon im Mittelteil der Setlist gibt es eine männliche Stripeinlage. Auch ein Gastschlagzeuger kommt zum Einsatz. Als Zugabe spielen die TAMPONES dann noch ein Medley aus allerhand auf keinen Fall zusammenpassenden Songs. Unter anderem „Warriors of the World“ von Manowar. Achja… besonders hervorheben möchte ich auch die Gesangskünste des Bassisten. Der singt das Keyboard aus „Skandal im Sperrbezirk“ richtig genial nach, baut auch bei einem Song eine Jodeleinlage ein – herrlich. Nach diesen Stimmungskanonen haben es FOUR CHORD HELL nicht gerade einfach. Aber mit Ansagen, die so gut wie jeden und alles was anwesend ist beleidigen und T-Shirts mit dem Aufdruck „So viele Menschen – So wenig Munition“ hat man den Spaßfaktor doch auch auf seiner Seite. Außerdem gibt es gleich von Beginn an einen kleinen aber feinen Moshpit. Und eine sieben Mann starke Wall of Death. Fragt mich nicht wie einzelne Songs des flotten Dreiers heißen, ich weiß nur, dass das Gebräu aus Death Metal, Grindcore, Punk und Hardcore irre stumpf, brutal, kurzweilig und unterhaltsam ist. So vergeht wieder einmal ein Auftritt der Regensburger viel zu schnell. Fazit: So viel Spaß hatte ich auf einem Konzert schon lange nicht mehr. Die TAMPONES sind dermaßen bekloppt, dass man allein beim Zuhören schon Tränen lacht. Und FOUR CHORD HELL sind einfach ein Unikat. Weder die Musik noch Ansagen „Für weniger Toleranz in Deutschland“ lassen sich mit irgendeiner anderen Band, die ich bislang live gesehen habe (und das waren mittlerweile mehr als 200), vergleichen. Wer die Gelegenheit hat eine dieser beiden Bands zu sehen, sollte es sich auf keinen Fall entgehen lassen.
Quelle :
metal2metal.de